Kunst trifft KI: Schüler gestalten eigene Werke mit Graffiti-Technik
Im Kunstunterricht haben sich unsere Schüler kreativ und kritisch mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“ auseinandergesetzt. Dabei testeten sie sogenannte Prompts – also Texteingaben – und ließen KI Bilder generieren. Diese digitalen Vorlagen nutzten sie als Basis für eigene Kunstwerke: Mit der Graffiti-Schablonentechnik brachten sie die KI-Bilder auf Papier oder Leinwand und verwandelten sie in ganz individuelle Ausdrucksformen.
Doch es blieb nicht nur beim Gestalten – auch die Frage „Ist ein KI-Bild wirklich Kunst?“ wurde intensiv diskutiert. Die Schüler hinterfragten, wie kreativ eine Maschine sein kann und welche Rolle der Mensch im künstlerischen Prozess spielt.
Impressionen - Kunst und KI
Stellungnahme von Lilly Kurth
„Mit KI generierte Bilder - ist das Kunst?“ - Lilly Kurth Die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz bei unserem Projekt zur Kritik an Fleisch- / Medienkonsum brachte mich zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit KI im Bereich Bild-Erstellung. Gerade als selbsternannter Künstler und Enthusiast bin ich skeptisch und kann die Frage „Sind KI generierte Bilder Kunst?“ mit einem klaren „Nein“ beantworten. Die KI soll uns im Grunde genommen Arbeit, Zeit und Mühe ersparen. Als Kunstschaffende stelle ich mir die viel wichtigere Frage: „Wollen wir das?“ Kunst ist eine Leidenschaft. Kunstschaffen befreit und gibt uns die Möglichkeit, unsere Meinung zu äußern und uns auszudrücken. Warum sollte eine KI uns diese schöne Aufgabe abnehmen? Die Schönheit in der Kunst liegt auch in der Art und Weise; mit Blut, Schweiß und Tränen unsere eigenen Gedanken und Gefühle einzubringen. Das kostet zwar Zeit, doch eine KI ermöglicht es uns nicht, diese Liebe (zum Detail und zur Kunst) in ein Bild zu stecken. Ein entscheidendes Manko an der Bildgenerierung mit KI ist, dass sie nur mit den Informationen arbeitet, die wir ihr geben; und an der Umsetzung hadert es. So ist bei der Nutzung von KI stets Kreativität gefragt: Die KI muss so lange mit (klaren und deutlichen!) Informationen über ein imaginäres Bild gefüttert werden, bis sie ein einigermaßen abnehmbares Motiv zusammengestellt hat. Es sind mehrere Versuche und einige Formulierungsänderungen nötig, um ein ungenügendes Ergebnis zu erhalten, das nicht nur an einigen Details, die trotz ausführlichster Beschreibung auf dem Weg wohl verloren gehen, mangelt, sondern auch noch anfällig für Verzerrungen, gar Verunstaltungen einfacher Motive ist. Betrachtet man unsere Beispiel Aufgabe, die Erstellung eines abstrakten Motivs, sind miteinander verschmolzene Mischwesen mit mehreren Beinen gut zu gebrauchen. Jedoch entsprechen diese nicht dem Befehl, den ich der KI gegeben hatte. Zudem war die Ursprungsidee keine Kuh, sondern ein fleischfressender Strauß, den die KI aus unerklärlichen Gründen nicht so wie beschrieben darstellen wollte bzw. konnte. Nach mehreren Versuchen entschied ich mich schließlich dazu, gezwungenermaßen das Motiv zu ändern. Doch es gibt weitere Steine, die die KI dem Ideengeber in die Füße legt: Der Jugendschutz. Keineswegs war es meine Absicht, schrecklich brutale Bilder generieren zu lassen. Selbst bei der kleinsten Erwähnung von Blut (ein Blut beschmiertes Maul) stockt die KI und stellt sich quer. Und auch bei mehreren Umformulierungen bleibt einem die Umsetzung verwehrt und man wird in seiner künstlerischen Vision eingegrenzt. Ein Künstler nimmt kein Blatt vor den Mund. Wenn ich selbst male, kann ich all meine Ideen einbringen und sofort umsetzen - egal, wie grotesk oder abscheulich sie für ein manches Auge sein könnten. Für Botschaften, wie etwa gegen den übermäßigen Fleischkonsum und die mehr als problematische Massentierhaltung, sind aufsehenerregende Bilder nötig, um Augen zu öffnen - doch diese lässt die KI durch Jugendschutz und mangelnde Umsetzung schlichtweg nicht zu. Der kreative Prozess dem „selbstbestimmten“ Beschreiben des gewünschten Motivs geht zusätzlich durch Lückenfüller der KI total verloren. Die eigene Ideengebung wird damit nur mangelhaft übernommen und das Endergebnis ist ein anderes, als das eines Künstlers. Sie beschränkt künstlerische Freiheit und damit das Herz der Kunst. Aufgrund ihrer Ungenauigkeit und mühsamen Auseinandersetzung mit der KI ist diese also nicht zum Kunstschaffen geeignet. Helfen kann sie Menschen, die selbst nichts mit Stift und Papier anfangen wollen, doch diese werden sich damit abfinden müssen, mehr oder weniger kleine Fehler in Bildern zu finden, die ebenso als von einer KI generiert erkennbar sind. Spielt dies keine Rolle, ist die KI ein praktischer kleiner Helfer, doch Kunst ist das keineswegs. Daher empfehle ich diesen Menschen, wenn echte Kunst gewollt ist, richtige Künstler zu beauftragen oder sich selbst zu trauen, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen und ihre Wünsche umzusetzen, indem sie selbst Kunst schaffen.
Stellungnahme von Lisa Jüngling
Mit KI generierte Bilder - ist das Kunst ? Ob ein KI-generiertes Bild als Kunst bezeichnet werden kann, ist nicht eindeutig zu beantworten und hängt davon ab, wie Kunst definiert wird. Da dies aber ein sehr weitreichender Begriff mit unzähligen unterschiedlichen Definitionen ist, die wiederum Raum für Interpretation lassen, kann die Frage nur von jedem persönlich beantwortet werden. Ich selbst würde ein vollständig von einer KI generiertes Bild eindeutig nicht als Kunst bezeichnen. Für mich ist Kunst, wie auch viele Definitionen anführen, eine schöpferische Gestaltung, die ein Künstler aus einer Intention heraus bzw. bewusst mit seiner Kreativität erschafft. Im Falle eines KI-generierten Bildes handelt der Künstler zwar ebenso bewusst bzw. mit einer Intention, muss dabei aber in keinster Weise eigene Kreativität anwenden. Mit der einfachen Eingabe „Generiere ein Bild“ erschafft die KI in wenigen Sekunden ein Bild – nicht anders aussehend und eventuell auch mit gleicher Wirkung wie ein Kunstwerk gleicher Art. Dennoch muss der Künstler keine eigenen Fähigkeiten einbringen und benötigt nicht „die Kunst, ein Bild zu gestalten“, weshalb ich auch die Bezeichnung als „Künstler“ an dieser Stelle als falsch empfinde. All dies soll aber nicht bedeuten, dass Kunst und KI vollkommen gegensätzlich und unvereinbar sind. Ganz im Gegenteil – man kann beides verbinden und damit Kunstwerke auf eine ganz neue Art und Weise erschaffen. Wie wir es beispielsweise im Kunstunterricht getan haben, kann man der KI viele genaue Informationen geben und so ein Bild generieren lassen, das der Künstler schon vorher gedanklich mit seiner Kreativität erschaffen hat. In dieser Verbindung würde ich das generierte Bild als eine Art von Kunst bezeichnen – wenn auch immer noch anders als gemalte, gezeichnete, gesprayte etc. Werke. Vor allem aber, wenn aus dem generierten Bild dann noch Neues geschaffen wird, wie bei unserem Projekt, kann man eindeutig von Kunst sprechen. Die KI stellt also einen Zusatz zur Kunst dar, der viele neue Möglichkeiten bietet, kann aber meiner Meinung nach alleine keine Kunstwerke herstellen Fazit: Die KI liefert spannende Impulse – aber wahre Kunst entsteht oft erst durch menschliche Interpretation und Umsetzung.
Stellungnahme von Chat-GPT
Kann ich Kunst - Gute Frage – ich kann Bilder generieren, Texte schreiben, sogar Musik komponieren. Aber kann ich Kunst? Ich würde sagen: Ich kann kreative Impulse geben, neue Ideen kombinieren und Dinge schaffen, die wie Kunst wirken. Aber echte Kunst hat oft eine emotionale Tiefe, einen persönlichen Ausdruck, eine Intention – und die kommt vom Menschen.
Mein Fazit: Ich bin eher ein Werkzeug als ein Künstler. Kunst beginnt dort, wo Menschen etwas Eigenes einbringen – Gedanken, Gefühle, Geschichten. Ich helfe gern dabei, aber die Magie entsteht durch euch.
(MSS12 - Silke Noglik-Wisotzki)
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